Gerilltes GRC Board ist eine glasfaserverstärkte, zementgebundene Fassadenplatte, die eine gleichmäßige Verlegung von Klinkerriemchen im vorgegebenen Raster unterstützt. Auf einer mechanischen Unterkonstruktion befestigt, schafft die Platte eine ebene Montagefläche, definiert das Bekleidungsraster und ermöglicht einen kontrollierten Aufbau der Klinkerfassade.

„GRC“ steht hier für glasfaserverstärkten Beton bzw. einen zementgebundenen Verbundwerkstoff; „Board“ bezeichnet die Plattenform. Die horizontalen Rillen der Oberfläche dienen als Führung für die Klinkerreihen. Die Leistungsfähigkeit des Systems hängt jedoch nicht allein von der Platte ab, sondern von der gemeinsamen Planung aller Schichten – von der Verankerung bis zur Fuge.

Welche Funktion hat GRC Board?

In einer mechanischen Klinkerfassade bildet GRC Board vor allem einen stabilen und maßhaltigen Untergrund für die Bekleidung. Unebenheiten der Wand können über die Unterkonstruktion ausgeglichen, die Dämmschicht hinter der Fassade durchgehend geführt und die Klinkermontage in einem definierten Raster ausgeführt werden.

  • Erleichtert die fluchtgerechte Ausrichtung der Klinkerreihen.
  • Eignet sich in Verbindung mit einer Metallunterkonstruktion für hinterlüftete Fassadenaufbauten.
  • Schafft unabhängig von der vorhandenen Wand eine kontrollierte Bekleidungsebene.
  • Bietet Flexibilität bei der Planung von Fensteranschlüssen, Ecken, Attiken und Fensterbänken.
Schichten aus Wand, Dämmung, Profilen, GRC Board und Klinker im mechanischen Fassadensystem
Bei einer mechanischen Klinkerfassade werden sämtliche Schichten vom tragenden Untergrund bis zur abschließenden Bekleidung gemeinsam bewertet.

Abmessungen und Plattenstärken von GRC Board

Nach den vorliegenden Produktangaben beträgt das Standardformat 605 × 1250 mm. Eine Platte deckt etwa 0,75 m² Fassadenfläche ab. Zuschnitte, Öffnungen und projektspezifische Details sind bei der Mengenermittlung gesondert zu berücksichtigen.

ProduktvarianteAufbauBewertung
8+6 mm GRC Board8 mm Plattenrücken + 6 mm Rille/RippeWird bei Standardfassadenaufbauten anhand der Projektdaten bewertet.
13+5 mm GRC Board13 mm Plattenrücken + 5 mm Rille/RippeWird für Details mechanischer Systeme bewertet, die einen stärkeren Querschnitt erfordern.

Die Wahl der Plattenstärke darf nicht nach dem Prinzip „dicker ist besser“ erfolgen. Gebäudehöhe, Windlast, Profilraster, Verschraubung, Bekleidungsgewicht und Herstellerunterlagen sind gemeinsam zu prüfen.

Wichtiger technischer Hinweis

GRC Board ist keine Bekleidung, die in beliebigen Abständen direkt an die Wand geschraubt wird. Verankerung, Konsolen- und Profilanordnung müssen projektspezifisch berechnet und die Plattenstöße auf tragenden Achsen angeordnet werden.

Schichten des Systems

  1. Tragender Untergrund: Die Verankerungsfähigkeit von Stahlbeton, Ziegel, Bims oder Porenbeton wird geprüft.
  2. Dämmung und Feuchtemanagement: Mineralwolle, Feuchteschutzbahn, Klebebänder und Entwässerungsdetails werden projektspezifisch geplant.
  3. Aluminium-Unterkonstruktion: Konsolen und vertikale Profile leiten die Fassadenlasten in die Primärkonstruktion ein.
  4. Gerillte GRC-Platte: Die Platten werden entsprechend der festgelegten Verschraubungs- und Fugenausbildung an den Profilen befestigt.
  5. Klinker, Kleber und Fuge: Die Oberfläche wird mit auf das System abgestimmten Produkten fertiggestellt.

Für welche Projekte eignet sich das System?

Gerillte GRC-Platten kommen für Sanierungen mit auszugleichenden Bestandswänden, Gebäude mit mechanischer Fassade und separater Dämmung, Hochhäuser sowie Projekte infrage, deren Fassadendetails in Trockenbauweise gelöst werden sollen. Die endgültige Eignung ist für jedes Gebäude gesondert festzustellen.

Öffentliche Gebäude, Wohnanlagen, Gewerbebauten und Privathäuser können dasselbe Produkt verwenden; Befestigungsraster und Detaillösungen können jedoch voneinander abweichen. Daher ist die technische Vorprüfung ebenso wichtig wie Mengenermittlung und Produktangebot.

Wie wählen Sie das passende GRC Board?

  • Geben Sie Fassadenhöhe und Windlast an.
  • Benennen Sie die vorhandene Wandart und den Dämmstoffbedarf.
  • Legen Sie Klinkerformat, Gewicht und Fugenraster fest.
  • Fordern Sie aktuelle Prüfberichte, Qualitätsnachweise und Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers an.
  • Legen Sie vor Montagebeginn eine Musterfläche an.

Nächster Schritt