Die Montage von GRC Board beschränkt sich nicht darauf, Platten an Metallprofile zu schrauben. Eine dauerhaft funktionierende mechanische Klinkerfassade erfordert, dass Bestandsuntergrund, Verankerungsplanung, Dämm- und Feuchteschutzschichten, Profilraster, Plattenstöße, Klinkerverklebung und Verfugung als Gesamtsystem betrachtet werden.
Der folgende Ablauf beschreibt eine allgemeine Vorgehensweise. Konsolenquerschnitt, Dübeltyp, Profilabstände, Verschraubung und Bewegungsfugen müssen von Fachplanern entsprechend den statischen und architektonischen Randbedingungen des Projekts festgelegt werden.
1. Bestandsaufnahme und Erfassung der Projektdaten
Zuerst werden die Fassade vermessen und der tragende Untergrund bestimmt. Für Stahlbeton, Ziegel, Bims und Porenbeton gelten unterschiedliche Verankerungslösungen. Fassadenhöhe, Gebäudelage, Öffnungen, Ecken und Abweichungen der Bestandswand werden dokumentiert.
- Nettofassadenfläche sowie Tür- und Fensteröffnungen werden vermessen.
- Lot und Ebenheit der Wand werden geprüft.
- Windlast und Verankerungsfähigkeit werden bewertet.
- Fensterbank-, Attika-, Tropfkanten- und Entwässerungsdetails werden geplant.
2. Konsolen und Unterkonstruktion
Projektspezifische L-Konsolen werden an der Primärkonstruktion befestigt; daran werden die vertikalen Tragprofile angeschlossen. Die Konsolentiefe wird unter Berücksichtigung von Dämmstoffdicke, erforderlichem Hinterlüftungsraum und Ausgleich der Fassadenebene gewählt.
Die richtige Anordnung von Fest- und Gleitpunkten reduziert Spannungen aus thermischen Bewegungen. Da sich kleine Abweichungen im Profilraster in den Klinkerreihen verstärken und sichtbar werden, wird die Ebenheit während der gesamten Montage wiederholt kontrolliert.

3. Dämmung und Feuchtemanagement
Ist eine Wärmedämmung vorgesehen, werden Mineralwolleplatten mit einem geeigneten Dübelraster am Untergrund befestigt. Die Feuchteschutzbahn wird an den Stößen überlappt und mit Klebebändern durchgehend geschlossen. An Konsolendurchdringungen, Fensteranschlüssen und horizontalen Abschlüssen ist ein unkontrollierter Wassereintritt hinter das System zu verhindern.
Werden Fensterbank-, Attika- und Tropfkantendetails erst nach Fertigstellung der Bekleidung bedacht, können an Fugen und Ecken dauerhafte Schäden entstehen. Diese Punkte müssen vor Ausführungsbeginn gelöst sein.
4. Befestigung der GRC-Board-Platten
Die gerillten GRC-Board-Platten im Format 605 × 1250 mm werden so angeordnet, dass die Stöße auf tragenden Profilen liegen. Zwischen den Platten bleiben Fugen gemäß Herstellervorgabe; die Schrauben werden angezogen, ohne die Platte zu quetschen. Rand- und Schraubenabstände sind einzuhalten.
- Die untere Ausgangshöhe wird waagerecht ausgerichtet.
- Die erste Platte wird am Profilraster ausgerichtet.
- Stoßfugen und Lot werden kontrolliert.
- Schnittkanten werden gereinigt; Stöße ohne tragendes Profil sind unzulässig.
- Bewegungsfugen werden entsprechend den architektonischen Details durchgehend ausgebildet.
5. Klinkermontage
Die Plattenoberfläche wird von Staub und losen Teilen befreit. Ein systemverträglicher Flexkleber der Klasse C2TE wird angesetzt und innerhalb seiner Verarbeitungszeit verwendet. Falls erforderlich, wird der Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite des Klinkers aufgekämmt. Die Klinker werden an den Rillen der Platte ausgerichtet.
Bei Produkten mit natürlichen Farbnuancen verhindert das Mischen aus mehreren Kartons unerwünschte Farbblöcke in der Fassade. Horizontale und vertikale Fugen werden regelmäßig kontrolliert.

6. Verfugung, Reinigung und Endkontrolle
Nach ausreichender Erhärtung des Klebers werden die Fugen vollständig verfüllt. Konsistenz, Tiefe und Oberflächenform der Fuge beeinflussen sowohl das Erscheinungsbild als auch die Wasserführung. Verschmutzungen auf der Klinkeroberfläche werden vor dem Abbinden mit einem geeigneten Verfahren entfernt.
Bei der Endkontrolle werden lose Bauteile, Fehlstellen in den Fugen, Risse, Verschmutzungen, Entwässerungsdetails sowie Eck- und Laibungsanschlüsse geprüft. Vor der Abnahme werden horizontale und vertikale Fluchten über die gesamte Fassade nochmals kontrolliert.
Häufige Fehler auf der Baustelle
- Montagebeginn ohne Prüfung des tragenden Untergrunds und der Verankerungsfähigkeit.
- Profilraster nicht auf das Plattenformat abstimmen.
- Plattenstöße außerhalb der Profile anordnen oder Schrauben zu stark anziehen.
- Ungeeigneten Kleber verwenden oder die offene Zeit überschreiten.
- Bewegungsfugen, Fensterbank- und Entwässerungsdetails vernachlässigen.
- Gesamte Fassade ohne vorherige Musterfläche ausführen.
DER ZEITVORTEIL AUF DER BAUSTELLE
Keine zusätzliche Punktfixierung: Platte positionieren und direkt verschrauben
Eine der häufigsten Fragen unserer Montageteams lautet: „Müssen wir die Befestigungspunkte auf der Baustelle erst bohren und die Platte zusätzlich punktweise vorbereiten?“ Bei unserer GRC-Board-Lösung entfällt dieser separate Arbeitsschritt.
Bei manchen GRC-Platten müssen die Befestigungslaschen vor der Montage vor Ort gebohrt und vorbereitet werden. Unsere Platte ist über den gesamten Querschnitt mit einem durchgehenden, einteiligen alkalibeständigen Bewehrungsgewebe verstärkt. Unter Einhaltung der freigegebenen Planung und des Schraubenrasters kann sie direkt über die Laschen oder die im Projekt definierten Befestigungspunkte verschraubt werden.
Vorbohren und Punktfixieren verursachen bei jeder Platte zusätzliche Arbeit und Koordination; auf manchen Baustellen sind zum Vorbereiten und Positionieren zwei oder drei Personen nötig. Die direkte Verschraubung eliminiert diesen Zwischenschritt und erleichtert es einem Zwei-Personen-Team, die Platten zu positionieren und den Montagefortschritt zu erhöhen. Die tatsächliche Leistung hängt von Planung, Zugänglichkeit und Baustellenbedingungen ab.
Was bedeutet der Aufbau 13+5 mm?
Unser Produkt besitzt eine 13 mm starke Rücklage und eine 5 mm hohe Kanalstruktur; die Gesamtdicke beträgt damit etwa 18 mm. Diese Geometrie bietet eine gleichmäßige Referenz für die Klinkerreihen, während das durchgehende Gewebe an den Befestigungspunkten einen kontrollierten Aufbau unterstützt. Schraubenraster und Profilachsen sind für jedes Projekt statisch und anhand der aktuellen Herstellerunterlagen zu prüfen.
Schriftliche Garantieanforderung für den Klinker
Für die mit dem System gelieferten Klinkerprodukte von Ateş Tuğlası fordern wir eine schriftliche Herstellergarantie über zehn Jahre, die Farbstabilität, Schutz vor Ausblühungen und Frostbeständigkeit umfasst. Der genaue Umfang, die Produktserie und die Projektbedingungen werden in der Angebotsphase anhand des aktuellen Garantiedokuments bestätigt.