Für Klinkerbekleidungen gibt es nicht den einen richtigen Untergrund für jedes Gebäude. Eine mechanische Klinkerfassade mit GRC Board leitet die Lasten über eine Metallunterkonstruktion in die Primärkonstruktion ein. Das gerillte XPS-System ist dagegen eine geklebte Lösung, die auf einem geeigneten Untergrund Wärmedämmung und Verlegeraster in einer Schicht vereint.

Die Entscheidung darf nicht allein anhand der anfänglichen Materialkosten getroffen werden. Gebäudehöhe, Zustand des Untergrunds, Fassadengeometrie, Windlasten, Wärme- und Brandschutzplanung, Anzahl der Details und Bauablauf sind gemeinsam zu bewerten.

Schichtweiser Schnitt durch ein mechanisches Klinkerfassadensystem mit GRC Board
Im mechanischen System bilden Konsolen, Profile, Dämmung, GRC Board, Kleber, Klinker und Fugenmörtel einen gemeinsam wirkenden Fassadenaufbau.

Grundlegende Unterschiede der beiden Systeme

EntscheidungskriteriumMechanisches GRC-Board-SystemGerilltes XPS-System
TragkonzeptWird mit Konsolen und Aluminiumprofilen mechanisch an der Primärkonstruktion befestigt.Wird auf einen geeigneten, vorbereiteten Wanduntergrund geklebt und gedübelt.
UntergrundtoleranzenDa die Profilebene justierbar ist, lassen sich Unebenheiten in gewissem Umfang ausgleichen.Das Ergebnis hängt stärker von Ebenheit und Vorbereitung des vorhandenen Untergrunds ab.
WärmedämmungEine projektspezifische Dämmschicht wird separat hinter der Unterkonstruktion angeordnet.Die XPS-Platte bildet zugleich die Wärmedämmung; ihre Dicke wird durch die Projektberechnung festgelegt.
Hinterlüftung und FeuchteJe nach Projektdetail können Hinterlüftungsraum und Entwässerung vorgesehen werden.Die durchgängige Ausbildung der geklebten Schichten und die Wasserführung an der Oberfläche sind entscheidend.
DetailflexibilitätEcken, Laibungen, Attiken und unterschiedliche Fassadenebenen lassen sich über das Profilsystem lösen.Bei einfacheren Geometrien kann es eine schnelle und wirtschaftliche Lösung sein.
AusführungsansatzErfordert Bestandsaufnahme, statische bzw. Fassadenberechnung und Ausführungsplanung.Untergrundvorbereitung, Kleber, Dübel und Putzdetails werden nach Herstellervorgaben ausgeführt.

Wann ist das mechanische System mit GRC Board besonders geeignet?

Bei deutlichen Achs- und Ebenheitsabweichungen der Bestandsfassade, bei einer vom tragenden Untergrund unabhängigen Dämmlösung oder bei vielen Öffnungs- und Anschlussdetails ist das mechanische System eine überzeugende Option. Bei mittel- und hochgeschossigen Gebäuden ist zudem die projektspezifische Berechnung von Windlasten und Befestigungsraster ein wichtiger Vorteil.

  • Sanierungen, bei denen eine vom tragenden Untergrund unabhängige Fassadenebene benötigt wird
  • Gebäude, für die unterschiedliche Dämmstoffe wie Mineralwolle vorgesehen sind
  • Fassaden mit vielen Eck-, Attika-, Laibungs- und Bewegungsfugendetails
  • Architekturprojekte mit trockenem, mechanischem Befestigungsprinzip

Wann kommt gerilltes XPS infrage?

Gerilltes XPS kann bei ausreichend ebenen und tragfähigen Untergründen, einfachen Fassadengeometrien und Projekten eingesetzt werden, bei denen die Wärmedämmung mit XPS gelöst werden kann und das geklebte System die Projektanforderungen erfüllt. Plattendicke, Dübeltyp und -anzahl, Klebefläche sowie Brandschutzmaßnahmen sind jedoch nach den einschlägigen Vorschriften und Produktunterlagen festzulegen.

Der Brandschutz lässt sich nicht pauschal beurteilen

Die Leistung hängt nicht allein von der Bezeichnung GRC oder XPS ab, sondern vom Gesamtsystem aus Dämmung, Hohlraum, Verankerung, Bekleidung und Brandriegeln. Für Gebäudehöhe und Nutzungsklasse ist die Freigabe des zuständigen Planungsteams einzuholen.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?

Beim mechanischen System beeinflussen Anzahl der Konsolen und Profile, Gebäudehöhe, Verankerungstyp, Menge der GRC-Board-Platten, Zuschnitte sowie Gerüst- und Kranbedarf die Kosten. Beim XPS-System sind Dämmstoffdicke, Untergrundreparaturen, Kleber- und Dübelverbrauch sowie Detailbereiche maßgeblich. Bei beiden Verfahren werden Klinkerfarbe und -modell, Fugenmaterial, Transport und Montage gesondert bewertet.

Diese 6 Angaben sollten vor der Entscheidung vorliegen

  1. Ungefähre Nettofassadenfläche und Gebäudehöhe
  2. Art der tragenden Wand oder vorhandenen Bekleidung
  3. Wärmeschutznachweis und angestrebte Dämmstoffdicke
  4. Format und Stückgewicht des gewählten Klinkers
  5. Fenster-, Attika-, Eck- und Bewegungsfugendetails
  6. Baustellenzugang, Gerüst und Ausführungsterminplan

Eine kurze technische Vorprüfung anhand dieser Angaben reduziert unnötige Material- und Montagekosten. Den Materialpreis können Sie online berechnen; für die Ausführung können Sie separat ein Montageteam anfragen.

Mehr zum Thema